Das perfekte Aufwärmprogramm

Du wirst es nicht glauben, aber ich habe selbst in der vierthöchsten Spielklasse, (Regionalliga) mich noch sehr old-school mäßig warm gemacht. Und das war nicht, weil ich schon etwas älter bin, sondern weil es vom Trainer vorgegeben wurde. Wir mussten als Mannschaft, schön nebeneinander aufgereiht, mindestens 14-16 Bahnen von links nach rechts laufen. Das war der größte Teil des Warm-ups. Schon bissl strange, oder?

 

Man sieht diese Art des Warm-ups immer und immer wieder in den Amateurligen. Aber warum? Ich kann es mir nur so erklären – und ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster – Faulheit!! Es kommt mir so vor, als wird das Warm-up als lästige und zeitverschwenderische Teil des Fußballs gesehen. Nach dem Motto: „Ach, für die paar Muskeln, lauft ihr einfach schon mal paar Bahnen. Das reicht dann schon aus"

 

Das Warm-up ist ein wichtiger Teil, deine Mannschaft auf das Training bzw. Spiel vorzubereiten.

Es ist daher sehr von Vorteil und fast schon zwingend notwendig, dass du folgende Punkte beinhaltest und berücksichtigst:

 

· Der Ball ist immer dabei – es geht nicht mehr ohne. Du willst doch, dass deine Spieler auch in den kommenden Minuten gut mit dem Ball umgehen können. Also gib ihnen auch Zeit und die Möglichkeit, sich an das runde Etwas zu gewöhnen

 

o Hierzu eine kleine Anekdote: Ich war zu meiner England-Zeit bei einem Spiel von Arsenal. Als ich vorm Spiel durch den Spielertunnel lief, stand Thierry Henry im Flur und spielte einen Ball immer und immer wieder gegen eine Wand. Auf die Frage, warum er das macht, antwortete er: „Wenn ich jetzt schon mal 200 Ballkontakte habe, bin ich 200 Ballkontakte meinen Gegenspielern voraus. Ich kann mich also schneller auf den Ball einstellen." Interessant.

 

· Abwechslungsreich trainieren – es gibt nichts Schlimmeres für einen Spieler, wenn er genau weiß, was wieder trainiert wird. Nicht falsch verstehen, es gibt gewisse Abläufe, die festgelegt sind. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Übungen des Warm-ups sollten aber abwechslungsreich sein. Die Spieler sollen sich immer darauf freuen. Bedeutet allerdings auch für dich etwas mehr Arbeit :-)

 

· Positives Feedback – die Spieler stehen kurz vor einer Wettkampfsituation. Und was hilft um sie heiß auf diesen Wettkampf zu machen? Richtig – positives Feedback. Sei wachsam, schau dir deine Spieler genau an. Versuche jedem Spieler mindestens ein Lob zu geben. Wenn es nicht geht, mach es in einer Gruppe. Z.B nach den Sprints a la „Männer/Frauen, die Sprints sahen gut aus. Ihr seid heut spritzig und sehr gut drauf. Das spür ich."

 

· Warm-up in die Besprechung mit einfließen lassen – unmittelbar vorm „Rausgehen", hol dir das aufwärmen nochmal vor Augen. Deine Spritzigkeit, dein Fokus, deine Konzentration und dein Wille.

 

Diese Punkte helfen dir, dein Warm-up zu verbessern.

 

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